Arbeitsgruppe Therapieforschung

Leiter Volker Roder
Sekretariat Francine Perret
Mitarbeiter Manuela Christen
Anna Heuberger
Daniel Müller
Stefanie Schmidt
Peter Zorn

1. Kurzbeschreibung der Arbeitsgruppe

Ausgehend vom Leitbild der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern orientieren sich die Inhalte und die Grundhaltung der Arbeitsgruppe Therapieforschung (nachfolgend als „AG“ bezeichnet) insbesondere an Wertvorstellungen, die die Würde des Patienten und sein Recht, möglichst eigenständig Entscheidungen im Hinblick auf eine maximal unabhängige Lebensführung zu treffen, ins Zentrum jeglicher Forschungs- und Therapiebemühungen rücken. Diese, am Wohl und an den Bedürfnissen des Patienten ausgerichtete Grundhaltung, setzt Massstäbe für Möglichkeiten und Grenzen der Forschungsprojekte. Sie versteht sich eingebettet in eine Systemvorstellung, die Krankheit, Symptomatik und Leiden immer in Wechselwirkung mit Umweltbedingungen reflektiert und entsprechend behandelt. Die Berücksichtigung soziologischer Gesichtspunkte (z.B. kulturabhängige Normen, Werte, Rollenfunktionen) kann das jeweilige Verständnis der Problematik erleichtern. Eine solchermassen definierte Ethik bezieht Patienten und ihr familiäres und gesellschaftliches Umfeld als Partner in die professionelle Hilfe mit ein. Dabei muss eine Symptom- und Problemfokussierung um eine ressourcen- und lösungsorientierte Vorgehensweise in der Behandlung und Rehabilitation ergänzt werden.

Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die AG mit folgenden inhaltlichen Schwerpunkten:

  1. Im Forschungsbereich: kognitiv-behaviorale Gruppentherapieansätze bei Patienten mit einer Schizophrenie oder einer Persönlichkeitsstörung, insbesondere Gruppenprozesse, Beziehungsgestaltung und evaluierter Therapieprozess.
  2. Im Dienstleistungsbereich: Psychotherapie, Supervision und Beratung, Fortbildung.

Nachfolgend sind die Aktivitäten der AG im Überblick dargestellt (vgl. Abbildung):

Ad 1:

Die AG entwickelte während der letzten zwei Dekaden mehrere kognitiv-behaviorale Gruppentherapieansätze für schizophren Erkrankte und Patienten mit Persönlichkeitsstörungen. Das „Integrierte Psychologische Therapieprogramm“ (IPT) für schizophren Erkrankte stellte den Ausgangspunkt für nachfolgende weitere Forschungsprojekte für diese Patientengruppe dar. So wurde von uns in nächsten Schritten das „Therapieprogramm zur Bewältigung von maladaptiven Emotionen“ (TBE), die Therapieansätze zu „Psychoedukation und Krankheitsbewältigung“ (PKB) und die „Therapieprogramme für den Wohn-, Arbeits- und Freizeitbereich“ (WAF) konzipiert. Momentan beschäftigt sich die AG mit der Entwicklung und Evaluation der Integrierten Neurokognitiven Therapie (INT) für diese Patientengruppe.

Seit ca. fünf Jahren dehnte die AG ihre Forschungsaktivitäten auf Therapieangebote für Patienten mit Persönlichkeitsstörungen aus. Wir entwickelten und evaluieren - in Zusammenarbeit mit der Psychotherapietagesklinik (Leiterin: Dr. phil. Kathrin Endtner) - die „Schemafokussierte emotiv-behaviorale Therapie“ (SET).

Ad 2:

In begrenztem Umfang stellt die AG Therapieforschung Mitarbeiter dem Klinikbereich zur Verfügung, um die von ihr konzipierten Therapieansätze auf einer Abteilung oder stationsübergreifend zu implementieren. Ebenfalls übernimmt sie Supportfunktionen, beispielsweise durch klinikinterne oder –externe Supervisionen (Beratung) oder Fortbildungsveranstaltungen zu den von der AG entwickelten Interventionen.

Überblick zu einigen wichtigen Publikationen

Roder V, Müller D, Spaulding W, Brenner HD, (2010, in press) Integrated psychological therapy for schizophrenia patients (IPT). Hogrefe & Huber, Göttingen, Seattle

Roder V, Medalia A (ed) (2010, in press) Understanding and treating neuro- and social cognition in schizophrenia patients:. Karger, Basel, New York

Zorn P, Roder V (2010, in press) Schemazentrierte emotiv-behaviorale Therapie bei Patienten mit Persönlichkeitsstörungen (SET). Beltz, Weinheim

Roder V, Brenner HD, Kienzle N (2008) Integriertes Psychologisches Therapie­programm bei schizophren Erkrankten (IPT), 6. überarbeitete Auflage. Beltz, Weinheim

Roder V, Zorn P, Andres K, Pfammatter M, Brenner HD (2008) Praxishandbuch zur verhaltenstherapeutischen Behandlung schizophren Erkrankter. 2. überarbeitete Auflage. Huber, Bern

Müller DR, Roder V & Brenner HD (2007) Effektivität des Integrierten Psychologischen Therapieprogramms für schizophren Erkrankte. Eine Metaanalyse über 28 unabhängige Studien. Der Nervenarzt, 78, 62-73

Zorn P, Roder V, Müller DR, Tschacher W, Thommen M (2007) Schemazentrierte emotiv-behaviorale Therapie („SET“): Eine randomisierte Evaluationsstudie an Patienten mit Persönlichkeitsstörungen aus den Clustern B und C. Verhaltenstherapie, 17, 233-241

Roder V, Mueller DR, Mueser KT, Brenner HD (2006) The effectiveness of Integrated Psychological Therapy (IPT) for schizophrenia patients. A meta-analysis covering 30 independent studies. Schizophrenia Bulletin, 32 (Suppl. 1), 81-93

In dieser pdf-Datei sind die Aktivitäten der AG im Detail dargestellt (Stand Oktober 2009).